Atommülltransporte nach Ahaus NRW

 

Ahaus – Überraschende Wende im Streit um die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus: NRW-Forschungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat das Gesprächsangebot von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) angenommen. Bund und Land suchen jetzt nach einer Lösung, um den Transport der 152 Fässer mit stark strahlenden radioaktivem Abfall aus Jülich ins Münsterland überflüssig zu machen.

Von Frank Polke und Stefan Werding

 

Schavan – zuständig als Forschungsministerin für den Abfall aus dem stillgelegten Forschungsreaktor – hat zuvor in einem Brief signalisiert, dass die Castorbehälter in Jülich bleiben können, wenn „dort die Sicherheitsstandards über 2013 hinaus eingehalten“ werden. Sollte dies gelingen, werde dies „selbstverständlich in unsere gemeinsamen Überlegungen“ eingehen. Bislang hatte Berlin darauf bestanden, dass die 152 Fässer nächstes Jahr ins Brennelementezwischenlager nach Ahaus gebracht werden – gegen den Widerstand der Atomkraftgegner.

Schulze begrüßte die neue Offenheit des Bundes. „Jetzt müssen Bund und Land schnellstmöglich Maßnahmen zur Ertüchtigung des Standorts Jülich abklären und einen Fahrplan zur Umsetzung entwickeln“, hieß es. Bei diesen Gesprächen dürfte es vor allem um eine finanzielle Beteiligung des Bundes an der Errichtung und dem Unterhalt eines neuen Zwischenlagers in Jülich gehen. Die Arbeiten dürften 40 Millionen Euro kosten. Zudem ist offen, wie der Abfall nach Ablauf der Genehmigung 2013 bis zur Fertigstellung des Lagers gelagert werden soll.

Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ bleibt vorsichtig: „Zu sagen hat‘s im Grunde Herr Röttgen.“ Er hoffe, dass der Bundesumweltminister die Transporte absage. „Dann würden wir uns sehr freuen“, meinte Ruwe.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn sieht die Landesregierung am Zug, die „viel zu viel Zeit mit politischen Taktieren vergeudet“ habe.


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